InVV-Studie: Unabhängige Vermögensverwalter setzen auf Digitalisierung

InVV-Studie: Unabhängige Vermögensverwalter setzen auf Digitalisierung

Unabhängige Vermögensverwalter in Deutschland sehen Robo Advice nicht mehr als Bedrohung ihres Geschäftsmodells an.

Aschaffenburg, 01.09.2017. Ähnlich wie im Vorjahr planen mehr als 40 Prozent der Vermögensverwalter in Deutschland eine Digitalisierung ihres Unternehmens. 35 Prozent sind bereits digitaler aufgestellt (Vorjahr: 27 Prozent). Dagegen ist die Furcht vor Robo Advice mit 2 Prozent (2016: 8 Prozent) fast ganz verschwunden. Diese Gelassenheit der Branche gegenüber digitalen Herausforderern zeigen die jetzt veröffentlichten Forschungsergebnisse des Instituts für Vermögensverwaltung (InVV, https://www.h-ab.de/forschung/institute/institut-fuer-vermoegensverwaltung/). Zum vierten Mal seit 2014 befragte dazu das Aschaffenburger Forschungsinstitut unter der Leitung von Prof. Dr. Hartwig Webersinke jedes dritte Unternehmen mit staatlicher Zulassung in Deutschland.

Dabei wächst die Bedeutung von computergesteuerter Vermögensverwaltung schneller als in den letzten Jahren angenommen. Jeder zweite unabhängige Finanzexperte (54 Prozent) ist der Meinung, dass diese in einem Zeitraum von 3 bis 5 Jahren in Deutschland eine größere Rolle spielen wird. Bei der Vorjahresbefragung hatten die Unternehmen größtenteils noch 5 Jahre und mehr angegeben. Zu hinterfragen bleibt, was Vermögensverwalter genau unter der Digitalisierung ihres eigenen Unternehmens verstehen: Neben Robo Advice zählten die Befragten dazu Projekte wie einem Kundenlogin auf der Website, interne Prozessdigitalisierung, Apps/Tools für Kunden oder einen eigenen Social Media Auftritt.

Marktchancen für unabhängigen Vermögensverwalter
„Unabhängigen Vermögensverwaltern bieten sich in den kommenden Jahren hervorragende Chancen, nachhaltig Marktanteile zu gewinnen“, erklärt Prof. Dr. Hartwig Webersinke, zugleich Dekan an der Hochschule Aschaffenburg. Einige Rahmenfaktoren, die den positiven Blick der Branche auf die eigene Entwicklung unterstützen, seien: Die klassischen Banken und Sparkassen durchlebten einen fundamentalen Wandel. Das Bewusstsein, dass eine gute Beratung etwas koste, sei bei vermögenden Privatanlegern zunehmend vorhanden. Vermögensverwaltung sei angesichts des Niedrigzinsumfeldes immer schwieriger. „Wer sich einem unabhängigen Vermögensverwalter anvertraut, hat bei identischem Risiko eine realistische Chance auf höhere Renditen als ein Privatanleger oder Kunde, der sich an eine vertriebsgetriebene Institution wendet“, ist sich Webersinke sicher.

Digitalisierung schafft Entlastung bei Standardtätigkeiten
Die stärkere Digitalisierung sieht Andreas Grünewald, Vorstand des Verbands unabhängiger Vermögensverwalter Deutschland e.V. (http://www.vuv.de) als Chance, für eine Entlastung im Tagesgeschäft zu sorgen: „Digitale Kommunikationswege bieten attraktive und kostengünstige Möglichkeiten, um den Kundenkontakt weiter zu vertiefen. Kooperationen mit Fintechs werden das Angebot der Vermögensverwalter ergänzen sowie alle Beteiligten bei Standardtätigkeiten entlasten.“ Robo Advice sei keine Gefahr für die Branche. „Finanzmärkte halten sich nicht an Vorgaben mathematischer Modelle – Emotionen, Motivationen und Herdentrieb gilt es zu berücksichtigen“, erklärt Grünewald. Finanzmärkte seien soziale Systeme und somit interaktiv und reflexiv. „Es bleibt abzuwarten, wie gut all die Algorithmen bei komplexen Anforderungen, Strukturbrüchen und in turbulenten Marktphasen funktionieren.“

Modell der Zukunft: hybride Vermögensverwaltung
Auf Sicht von zehn Jahren sieht der VuV daher vor allem die hybride Vermögensverwaltung als Zukunftsmodell an. Auf der einen Seite stehe die Expertise und Erfahrung des Vermögensverwalters, auf der anderen ein riesiger, digital aufbereiteter und vorselektierter Datenpool. „Zentral bleibt für unsere Branche die Kommunikation mit dem Investor sei es digital oder analog. Vertrauen ist durch nichts zu ersetzten, es ist und bleibt das A und O bei unserer Tätigkeit“, postuliert Grünewald.

Depotbanken bieten Unterstützung
Depotbanken für unabhängige Vermögensverwalter wie der Marktführer V-BANK AG, München (http://www.v-bank.com), haben bereits Projekte gestartet, um die unabhängigen Vermögensverwalter auf ihrem digitalen Weg zu begleiten.

Shortlink zu dieser Pressemitteilung:
http://shortpr.com/5o7jti

Permanentlink zu dieser Pressemitteilung:
http://www.themenportal.de/wirtschaft/invv-studie-unabhaengige-vermoegensverwalter-setzen-auf-digitalisierung-33905

=== Pressekontakt ===

Frau Chiara Bachmann

Hochschule Aschaffenburg Institut für Vermögensverwaltung
Würzburger Str. 45
63743
Aschaffenburg

EMail: Chiara.Bachmann@h-ab.de
Website: www.h-ab.de
Telefon: +49 6021 4206903

=== Institut für Vermögensverwaltung (InVV) an der Hochschule Aschaffenburg ===

Das Institut für Vermögensverwaltung (InVV) wurde 2014 an der Hochschule Aschaffenburg gegründet. Um die Wahrnehmung in der Öffentlichkeit weiter zu fördern sowie die Informationen um das Marktsegment unabhängige Vermögensverwalter wissenschaftlich zu vertiefen, hat die V-BANK AG (www.v-bank.com) die Einrichtung initiiert und finanziert seitdem dessen Arbeit. Ebenfalls unterstützt und begleitet der Verband unabhängiger Vermögensverwalter Deutschland e.V. (www.vuv.de) die Forschungsarbeit. Seit 2014 befragt das InVV einmal jährlich alle Vermögensverwalter mit staatlicher Zulassung in Deutschland zur Kunden-, Mitarbeiter- und allgemein zur geschäftlichen und Marktentwicklung.