Von Steinquader erschlagen: Drama um gehbehinderten Mann in Pompeji – die traurige Geschichte hinter dem Fund

Als der Vesuv schon brodelte und spuckte, blieb der junge Mann zurück. Seine Schienbeine waren entzündet – er konnte nicht schnell genug fliehen. Als er sich doch noch zur Flucht entschied, war es zu spät: Eine Gas- und Rauchwolke warf ihn auf den Boden. Dann stürzte ein riesiger Steinquader von oben herab und zerquetschte seinen Oberkörper.

So oder so ähnlich soll sich vor rund 2000 Jahren in Pompeji bei Neapel abgespielt haben. Archäologen haben das traurige Schicksal des gehbehinderten Mannes anhand seines Skeletts rekonstruiert. Das Opfer des Vulkanausbruchs aus dem Jahre 79 sei das erste, das bei den neuen Ausgrabungen in der sogenannten Region V Pompejis entdeckt wurde, teilte das italienische Ministerium für Kulturgüter und Tourismus mit.

Pompeji-Opfer in eindeutiger Pose wird zum Lacher im Netz 13.41Nach ersten Angaben der Wissenschaftler handelte es sich um einen erwachsenen Mann von mehr als 30 Jahren. Verletzungen in Höhe der Schienbeine deuten darauf hin, dass er an einer Knochenentzündung litt und deshalb gehbehindert war. Deshalb habe er bei den ersten Anzeichen der Vulkaneruption wohl nicht schnell genug fliehen können. Ein herabfallender Steinblock – womöglich ein Türpfosten – habe ihn erschlagen.

Pompeji: Ein Glücksfall für die Archäologie

Die Stadt Pompeji am Südwestrand Neapels war zusammen mit mehreren Nachbarorten beim Ausbruch des Vesuvs vor 1939 Jahren unter meterdicker Asche begraben – und weitgehend konserviert – worden. Das Leid der Menschen gilt heute als Glücksfall für Archäologen. Die zahlreichen Funde erlauben Rückschlüsse auf Architektur und gesellschaftliches Zusammenleben.

Die Ausgrabungen in Pompeji begannen schon im 18. Jahrhundert, doch auch heute gibt es immer noch Neues zu entdecken. Erst Anfang Mai waren nahe Pompeji Überreste eines Pferdes gefunden worden. Die Welterbestätte zieht Jahr für Jahr Millionen von Touristen an. 

Interessantes Detail zu den „Liebenden aus Pompeji“ 19.35

Zum vollständigen Artikel